Insel Flores und der Komodo Nationalpark in Indonesien
Indonesien - das „Land der tausend Inseln”. Wie Perlen in einem smaragdgrünen Meer erstreckt sich der indonesische Archipel mit seinen rund 17.500 Inseln zwischen Asien und Australien. Eine dieser faszinierenden Perlen ist die Insel Flores, die zu den Kleinen Sundainseln gehört.
Flores liegt in der Inselregion Nusa Tenggara, die sich östlich von Bali erstreckt. Zu ihr zählen neben Flores auch die Inseln Lombok, Sumbawa, Komodo, Sumba und Timor sowie die Inselgruppen des Solor- und Alor-Archipels. Gemeinsam mit Komodo, Sumba und Westtimor bildet Flores einen Teil der indonesischen Provinz Nusa Tenggara Timur (NTT), die für ihre beeindruckenden Landschaften, ihre kulturelle Vielfalt und ihre ursprüngliche Schönheit bekannt ist.
Mit 14220 km² ist Flores - 360 km lang nur zwischen 12 und 60 km schmal - die zweitgrößte Insel Nusa Tenggaras und zugleich die landschaftlich schönste und abwechslungsreichste.
1544 sichtete ein portugiesisches Handelsschiff das östliche Kap der Insel und taufte es "Cabo des Flores". Seitdem hat die Insel ihren europäischen Namen, obwohl hier auch nicht mehr Blumen wachsen als in anderen Teilen Indonesiens. Auch in Indonesisch und Malaiisch nennt man die Insel "Pulau Bunga" (Blumeninsel).
Flores liegt im vulkanischen Gürtel, welches sich von Sumatra über Java, Bali bis zum Banda See erstreckt. Eine turbulente geologische Geschichte spiegelt sich in der stark zerklüfteten Gebirgslandschaft von Flores wieder. Eine stark zerklüftete Gebirgskette mit mehreren über 2000 m hohen Vulkanen erstreckt sich über die gesamte Länge der Insel. Die höchsten noch tätigen Vulkane der Insel sind der Vulkan Egon bei Maumere und der Vulkan Inerie im Ngada-Gebiet.
Der berühmteste ist der Vulkan Kelimutu mit seinen drei Kraterseen, die grün, türkis und schwarzrot schimmern.
Klima, Wetter, Beste Reisezeit für Flores in Indonesien
Durch die geographische Lage beiderseits des Äquators besitzt Indonesien ein ausgesprochen tropisches Klima mit Monsunwinden, die von Juni bis September für ein trockenes Klima mit wenig Regen und von Dezember bis März feuchte Luftmassen und viel Niederschlag mit sich bringen. Jahreszeiten sind unbekannt, denn an jedem Tag des Jahres scheint die Sonne ca. 12 Stunden, die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge dauern nur sehr kurz und der Wechsel zwischen Tag und Nacht erfolgt sehr schnell.
Auch auf der Insel Flores herrscht typisches Monsun Klima. Der Nordwest Monsun mit Wind von West nach Nordwest bringt Regen von Dezember bis März. Während des Süd-Ost-Monsun (Juni bis September) ist Trockenzeit mit Wind von Osten nach Südosten. In den Monaten zwischen diesen beiden Monsunen (Oktober, November und April, Mai) kommt der Wind von allen Richtungen.
Gemessen am Regenfall kann man Flores in drei Zonen unterteilen: 1. die trockene Nordküste mit weniger als 1000 mm Regen pro Jahr, 2. das zentrale Gebirge mit über 2000 mm Regen pro Jahr und 3. die Südküste die häufiger vom Regenfall profitiert.
Im Flachland an der Küste liegen die Temperaturen während des ganzen Jahres zwischen 24℃ und 34℃. In den Bergregionen mit Gipfeln bis 2445m sind die Durchschnittstemperaturen bis 12℃ niedriger und steigen auch zur Mittagszeit nicht über 30℃, so dass man hier ausgedehnte Wanderungen & Trekking machen kann. Nachts kann es in den Bergen zu starken Abkühlung kommen.
Die beste Reisezeit für Flores liegt zwischen Mitte April und Mitte November. In diesem Zeitraum herrscht Trockenzeit, sodass Niederschläge nur selten zu erwarten sind.
Die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über relativ konstant. Besonders angenehm sind jedoch die Monate von Mai bis August direkt nach der Regenzeit, da die Luftfeuchtigkeit dann vergleichsweise niedrig ist. Zudem kühlen die Temperaturen nachts spürbar ab und sorgen für ein angenehmes Klima.
In den Monaten vor Beginn der Regenzeit, insbesondere im September und Oktober, kann es aufgrund der steigenden Luftfeuchtigkeit zunehmend heiß und schwül werden. Mit den ersten Regenfällen setzt meist eine spürbare Erfrischung ein.
Fauna & Flora der Insel Flores und im Komodo Nationalpark
Zwischen den Inseln Indonesien verläuft die sogenannte Wallace-Linie➚. Diese Trennlinie ist so benannt nach dem englischen Naturforscher Alfred Russel Wallace, der während seiner Reisen zwischen 1854 und 1862 festgestellt hat, daß bestimmte asiatische Säugetiere wie Elefanten, Tiger, Tapire und Orang Utan sehr wohl auf Sumatra, Java und Bali vorkommen aber nicht auf Sulawesi, den Molukken und den kleinen Sunda Inseln.
Die unterschiede in der Tierwelt östlich und westlich der Wallace-Linie gehen auf die Eiszeit zurück. Während die Inseln Java und Bali während des Pleistozäns periodisch mit dem asiatischen Festland verbunden waren, waren die Inseln östlich der Wallace Linie lange geographisch isoliert und nur auf dem Seeweg zu erreichen. Flores liegt östlich der Wallace Linie und man findet hier keine großen asiatischen Säugetiere mehr aber viele asiatische Vögel, Insekten und man findet Reptilien.
Das bekannteste Reptil ist der Komodo Waran, der größte heute lebende Vertreter der Gattung der Warane. Obwohl er mit einer Länge von über 3 m und einem Gewicht von bis zu 150 kg nicht gerade unscheinbar ist, wurde diese Art erst 1912 von dem Holländer Ouwens der Wissenschaft bekannt gemacht.
Die Komodo Warane leben auf den - Flores vorgelagerten- Inseln Komodo (hier sind sie entdeckt worden, daher der Name) sowie auf Rinca Island. Beide Inseln sind westlich von Flores gelegen und sind per Boot in 2.5 Stunden (Rinca) bzw. 4 Stunden (Komodo) von Labuan Bajo aus zu erreichen.
Besonders interessant ist die sehr reiche Unterwasserwelt in Komodo, Korallenriffe und interessante Fischarten in der Flores Sea. Das Erdbeben von 1992 hat die Korallenriffe vor den nördlichen Küsten der Insel Flores vor allem Maumere Bay stark beschädigt. Inzwischen haben sich aber sowohl die Weichkorallen als auch die Hartkorallen fast vollständig erholt und die bunte Unterwasserwelt in Maumere Bay begeistert immer mehr Schnorchler und Taucher.
Auch wenn der blumige Name der Insel "Capo des Flores" es vermuten läßt, wachsen hier auch nicht mehr Blumen als in anderen Teilen Indonesiens. Dennoch ist die Landschaft von Flores sehr grün.
Die ursprünglichen Monsunwälder haben landwirtschaftlich genutzten Flächen Platz gemacht. Trotzdem glaubt man vor allem in der Regenzeit vielerorts durch ein Dschungel zu fahren. Es handelt sich hierbei um "Gärten" die gemeinschaftlich von den Dorfgemeinschaften bewirtschaftet werden. Viele tropische Nutzpflanzen & Gewürze, wie Kaffe, Kakao, Bananen, Durianfrüchte, Jackfruit, Papaya, Vanille und vieles mehr wachsen quer durcheinander und nur die Dorfgemeinschaft weiß zu unterscheiden, wem welcher Baum oder Zweig gehört.
Im Osten der Insel prägte Langezeit das Alang-Alang-Grass die Landschaft aber inzwischen werden auch diese Flächen erfolgreich rekultiviert und in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Ebenso werden Berghänge mühsam terrassiert, denn nur so kann die Ausreichende Ernährung der Bevölkerung sichergestellt werden.
Im Westen in der Nähe von Ruteng prägen Reisfelder die Landschaft und im Osten gibt es noch ausgedehnte Kokosnusspalmenhaine, deren Pflanzung auf die Zeit der Kolonialisierung zurückdatiert. Beeindruckend und ein wertvolle Rohstoff für den Hausbau sind auch die Bambuswälder in der Nähe von Bajawa.
Bevölkerung der Insel Flores in Indonesien
Ost Nusa Tenggara ist in vielerlei Hinsicht anders, als der Rest von Indonesien. Es ist geographisch, ethnisch und kulturell ein Grenzgebiet das Asien von Australien und Mikronnesien trennt.
Der malaiische und melanesische Kulturursprung der Bevölkerung ist nicht zu übersehen. Es gibt auch Nachkommen der Portugiesen und auf den kleinen Inseln in der Flores See und auch vereinzelt in den Dörfern an der Nordküste leben Bajau, Bugis und Butonesen, die ursprünglich aus Sulawesi stammen.
Neben den zehn Sprachen, die von sechs Volksgruppen gesprochen werden, gibt es noch zahlreiche Dialekte. Die indonesische Sprache "Bahasa Indonesia" ist Amts- und Schulsprache. Ganz einfach leben die Menschen in den Dörfern und kleinen Städten. Industrien sind hier unbekannt. Handwerk ist nur schwach entwickelt.
Flores unterteilt sich in 6 Bezirke, die jeweils unterschiedliche Sprache sprechen. Von den ca 2 Millionen Menschen auf Flores leben ca. 10 % in den Städten Maumere und Ende
Wie kaum eine andere Insel Indonesiens wurde Flores von den Einflüssen christicher Missionare geprägt. Schon im 16.Jahrhundertt begann die Bekehrung zum Katholizismus durch den als Heiligen verehrten portugiesischen Dominikaner Franz Xavier. Später setzten die Holländer die Missionierung fort. Ab 1914 wurde Flores das Arbeitsfeld der zumeist Deutschen Missionare der "Steyler Mission", deren Stationen sich fast überall finden.
Heute bekennen sich mehr als drei Viertel der ca. 2 Million Einwohner der Insel Flores zur römisch-katholischen Kirche. Der Rest, vorwiegend im Westen der Insel und in den Hafenstädten, ist Anhänger des Islam. Die alten Glaubensvorstellungen konnten aber nicht ganz verdrängt werden. Noch heute existieren, hauptsächlich in den Dörfern im Landesinneren, Megalithkulturen und animistische Rituale.
Sehenswürdigkeiten auf der Insel Flores in Indonesien
Die Insel Flores besticht durch seine Ursprünglichkeit, die landschaftliche Schönheit und freundliche Menschen. Obwohl Flores überwiegend katholisch ist, prägen Magie, Geister und Ahnenkult noch sehr stark das tägliche Leben. Die Sehenswürdigkeiten und Highlights von Flores sind der mystische Vulkan Kelimutu, die prähistorischen Komodo Warane, fotogene traditionelle Dörfer, wo heute noch Megalithkulturen lebendig sind, abwechslungsreiche Unterwasserwelt und menschenleere Strände, traditionelle Märkte und pittoreske Fischerdörfer.
Und dies alles umrandet vom Dschungel, Reisfeldern und immer grünen Berglandschaften. Flores ist eine ursprüngliche und touristisch noch wenig erschlossene Perle im Indonesischen Archipel. Ein Paradies für Entdecker.
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